Deadlines

Regelmäßiger Content zu einem festen Datum sorgt für eine Deadline. Deadlines sind seltsam, und das nicht nur wegen des bescheuerten Namen.

Keine Angst, dieser Text hatte auch genug Vorlauf vor Veröffentlichung und die Gedanken dafür genug Zeit um zu reifen. Aber natürlich denkt man darüber nach, was nun wohl passiert, wenn sich die Regelmäßigkeit durch die Realität nicht ergibt und man schnell schnell noch etwas fabrizieren soll. Kollege Zeilenende hat zeitweise in seinem Sammelsurium täglich publiziert. Man mag nicht wissen wie die Deadlines aussahen.

Was ist das überhaupt für ein Begriff

Deadline? Siegen oder Sterben? Liefern oder geliefert sein? Alleine der Begriff lässt schon erahnen, dass man besser nicht damit rumalbert. Die Zeitung, die man eine Minute zu spät im Briefkasten hat, ist ja schließlich auch der beste Kündigungsgrund für das Zeitungsabo oder zumindest Notwehr-Rechtfertigung, um den Zeitungsjungen zu massakrieren.

Aber auch im kostenlosen, digitalen Contentlieferanensektor ist mit dem Publikum nicht zu spaßen. Man erinnere sich nur an die nervigen Shitstürme, die sich einst Stefan Horn, Macher des Flash-Adventskalenders, anhören musste, wenn der neue Cartoon nicht pünktlich hinter dem Türchen war. Da es damals noch kein Crowdfunding gab, blieb er von der Community im Stich gelassen, auf den Abmahnschulden sitzen, die Sony an ihn herantrug. Vom Elton-TV Flashlieferanten zur Flatline trotz regelmäßig eingehaltener Deadline.

Überschätzte Deadlines

Aber man darf es natürlich auch nicht übertreiben, mit dem Druck. Das setzt nur Erwartungen, die am Ende unerfüllbar sind. Sechs Monate saß man dran, schrieb an einer Magister Arbeit – sechs Monate der Entbehrung, der Konzentration und des fleißigen Arbeitens. Kurz vor der Deadline: FERTIG! Und am Abgabetag steht man im Sekretariat, drückt einer Dame ds Opus Magnum in die Hand und dann… nichts. Man geht noch einmal in der Mensa zum Essen – nichts! Man geht noch ein letztes Mal über den Campus -nichts! Es passiert rein gar nichts, was einen großen Tag ausmacht. Irgendwann Monate später erreicht einen ein nüchterner Umschlag mit einer Urkunde, die einem bescheinigt, dass man nun tatsächlich Magister Artium ist – dank eingehaltener Deadline!

Um auf der sicheren Seite zu sein, schreibt man also einfach über die Brot- und Butterthemen. Die Grundlagen. Dort wo man thematisch daheim ist. Da findet man immer Stoff, um einfach zu liefern. Keine Experimente? Bei Gelegenheit sicher, aber dann wohl immer mit gesichertem Vorlauf.

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9 Comments

  1. Was meine Blogposts betrifft schreibe ich höchstens 5 Tage im Voraus und Deadlines werden meist nur bei bezahlten Beiträgen ausgemacht. Mich setzt das auch immer unter Druck auch wenn ich genug Zeit habe 😊

    Liebe Grüße Nadine von tantedine.de

    1. Naja beruflich bin ich den Druck inzwischen gewohnt. Ein Thema, dass ich im Post ja ausgelassen hab, ist das „loslassen können“. Den manchmal ist man einfach immernoch nicht 100% zufrieden mit einem Text, muss ihn aber liefern.

  2. Du schickst den Post heute nicht mehr raus, dann ist es vorbei und du überquerst die Todeslinie.
    Da muss ich mich aber ranhalten meine Deadline ist immer wieder Sonntags.
    Liebe Grüße
    Sigrid

    1. Aktuell isses ja nur ein Text pro Woche und einer mehr wenn ich gerade ein Thema und ein Lauf hab. Wird sicher auch anders werden 😀

  3. Was meine Blogposts betrifft habe ich eher Ziele à la dieser und jener Post möchte ich bis Ende Monat posten, ausser für bezahlte Beiträge, da gelten natürlich Deadlines. An der Uni sieht das natürlich anders aus. Da musste ich auch schon die ein oder andere Nacht opfern oder etwas persönlich abgeben(offizielle Sachen müssen bei uns eingeschrieben geschickt werden), weil die Post es nicht mehr geschafft hätte – aber hey, bis jetzt habe ich noch keine Deadline verpasst im Gegensatz zu meinen Profs.

    Ganz liebe Grüsse Lena

    1. Naja ich werde ja für Posts hier nie bezahlt, daher hab ich die „Deadline“ selbst erst künstlich angelegt. Als ansonsten bezahlter Texter komme ich da aber inzwischen auch ganz gut im unbezahlten Blog mit klar 🙂

  4. Deadline? Das war keine Linie, es war ein Streifen. Aber ich hatte bis kurz vor Ende, als es mir zu „blöd“ wurde, tatsächlich nie das Gefühl, dass es eine Deadline gibt, weil ich immer was auf Halde hatte. Man muss einfach nutzen, wenn man einen Lauf hat. Dann tut die Flaute nicht mehr so weh.

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