L.e.i.A. 052 – Links blinken, ökologisch überholen

Es ist wie immer mit Interviews. Das Vorgespräch und das Nachgespräch waren vielmals spannender. Ich hoffe, es war dennoch etwas unterhaltsam und informativ. Feedback?

 

Vielen Dank an Oliver Kube für das Gespräch.

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3 Comments

  1. Ich kann ihm nicht zustimmen, ich finde die Bundestagswahl wichtig. Gerade auch um den großen Parteien zu zeigen, dass die momentane Richtung vielleicht nicht richtig ist. Denn Stimmenverlust wird vielleicht die Parteien zum umdenken bringen. Es nützt nix, wenn ich mir fünf Leute suche und mit diesen demonstriere gegen Dinge die mir nicht gefallen. Aber vielleicht gibt es am anderen Ende von Deutschland Menschen die genauso denken wie ich. Diese Menschen werde hoffentlich wählen gehen und eine gute Entscheidung beim setzen des Kreuzchens machen. Wenn eine Revolution so aussieht wie die Ausschreitungen in Hamburg oder die Klimacamps im Hambacher Forst, also blinde Zerstörungswut, bin ich eher für eine Wendung in der Politik.

    1. „Ich kann ihm nicht zustimmen, ich finde die Bundestagswahl wichtig.“

      Nur für wen? Die Wahl ist wichtig für den Staat, denn bei der Wahl holen sich die Herrschenden die Zustimmung der Beherrschten zur Herrschaft ab.

      „Gerade auch um den großen Parteien zu zeigen, dass die momentane Richtung vielleicht nicht richtig ist.“

      Wie soll das denn durch ne Wahl funktionieren? Die Stimme hat doch keinen anderen Inhalt außer „ja, ich bin einverstanden und will, dass Person X bzw. Partei Y das umsetzt“ und taugt doch ohnehin nur dazu, zusammengezählt zu werden. Eine Kritik drückst du durch’s Wählen nicht aus. Und was willst du den großen Parteien denn sagen? Es ist die Aufgabe der Regierung und des Parlaments, möglichst gute politische Rahmenbedingungen für insgesamt erfolgreiches kapitalistisches Wirtschaften zu schaffen. Das machen die doch ganz gut, denn Deutschland ist weltweit eine der führenden Nationen. Dass dabei viele Menschen arm sind usw., ist kein Fehler der Politik, sondern die notwendige Voraussetzung für den Erfolg. Wenn du also mit dem Ergebnis nicht einverstanden bist, dann wäre es sinnvoller den Zweck es Ladens zu kritisieren und nicht den Zweck zu idealisieren und sich einzubilden, man müsste bloß das Personal austauschen.

      „Es nützt nix, wenn ich mir fünf Leute suche und mit diesen demonstriere gegen Dinge die mir nicht gefallen.“

      Mit fünf Leuten nicht, aber wenn’s paar mehr sind und es nicht bei der Demo bleibt, dann kann man da schon was erkämpfen.

      „Diese Menschen werde hoffentlich wählen gehen und eine gute Entscheidung beim setzen des Kreuzchens machen.“

      So lange die Leute weiterhin die Hoffnung in die Obrigkeit setzen, wird sich gar nichts zum besseren ändern. Da muss man sich schon selbst drum kümmern.

      „Wenn eine Revolution so aussieht wie die Ausschreitungen in Hamburg oder die Klimacamps im Hambacher Forst, also blinde Zerstörungswut, bin ich eher für eine Wendung in der Politik.“

      1. „Ausschreitungen in Hamburg“
      Im Zusammenhang mit G20 gab es drei Dimensionen der Gewalt. Erstens, die Gewalt der G20-Staaten, die weltweit für Kriege, Verfolgungen, Ausbeutung, Umweltzerstörung, Hungersnöte usw. verantwortlich sind und tausende und abertausende Menschenleben vernichten. Zweitens, die politisch gewollte und organisierte Polizeigewalt gegen Demonstranten, Journalisten, Sanitärer, Anwohner und Anwälte. Drittens, eine daraus resultierende Situation, in der Menschen – meist unpolitische – Läden geplündert und Autos angezündet haben. Sich NUR über Drittens aufzuregen, ist mehr als heuchlerisch.

      2. „Wendung in der Politik“
      Gibt es nur dann, wenn der außerparlamentarische Druck groß genug ist. Nenn mir doch mal eine freiheitliche oder soziale Errungenschaft, die allein durch Wahl oder Regierungswechsel zustande gekommen wäre. Die grundlegendsten Menschenrechte mussten blutig erkämpft werden. Das Streikrecht haben Arbeiter durch illegale Streiks erkämpft. Die Anti-AKW-Bewegung der 1970er hat u.a. mit militanten Aktionen ca. Dreiviertel aller geplanten Atomkraftwerke verhindert, während der sogenannte „Atomausstieg“ von Rot-grün in Wahrheit eine Laufzeitverlängerung war. Das Abtreibungsverbot wurde gelockert, nachdem sich viele angesehene Frauen organisiert geoutet haben, gegen das Gesetz verstoßen zu haben.

      Es bleibt dabei: Wählen bedeutet Zustimmung. Wer was ändern will, muss sich mit Gleichgesinnten zusammentun und sich selber drum kümmern.

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