Warum hier keine Werbung steht.

Als Podcast-Hörer, der deutschsprachige Produktionen hört, kam man wahrscheinlich in diesem Jahr kaum daran vorbei auf einen Matratzenhersteller hingewiesen zu werden. Werbung – die, egal wie gut gemacht, irgendwann ausgeblendet wird beim Hören.

Und dann gibt es diese Momente in Podcasts, in denen auf einmal über Produkte gesprochen wird und man nicht das Gefühl hat, das ist jetzt Werbung, sondern einfach etwas Neuentdecktes. In diesen Augenblicken hat man auch nicht das Gefühl, dass da Geld geflossen ist.

Für die Podwichtelbeiträge sprachen wir beispielsweise über Brettspiele und Videospiele. Für manche war da sicher ein kleiner Tipp dabei. Geld bekamen wir nicht. Ähnlich sponsert wahrscheinlich die Autor eines aktuell gern erwähnten Abnehmbuchs nicht die dicken Podcaster, die darüber reden.

Ähnlich ist es in Blogs. Wenn auf dem Beitragsbild bereits ein Produkt vom Blogger grinsend in die Kamera gehalten wird, weiß ich meist, wo ich mir Zeit spare. Wird hingegen in einem Rezept am Rande erwähnt, dass man den Knoblauch mit diesem oder jenem Kniff unter Zuhilfenahme von Produkt XYZ noch besser in seine atomaren Bestandteile zerlegt, wirkt das authentisch.

Markenbekanntheit und Sichtbarkeit

Bekannte Marken werden im Laden siebenmal häufiger gekauft als unbekannte. Das Problem: Inzwischen kennt man soviele Marken durch Werbung, dass in der Kaufentscheidung oft auch drin steckt wie wenig einen die Werbung, die einen überhaupt auf die Marke aufmerksam gemacht hat, angekotzt hat.

Und genau an der Stelle werden vor allem Blogger gerne mal zum Zünglein an der Waage. Denn selbst reichweitenstarke Influenzer schaffen es gelegentlich ein tatsächlich gutes Produkt durch unangenehme Präsentation einem zu vermiesen. Oder die Marke verhaut es durch extreme Übersättigung.

Der Werbefutzi mit dem Adblocker

Ich meide also Blogs mit übermäßiger Werbung, blockiere Ads auf Webseiten (vor allem aus Sicherheitsgründen), blende für mich Sponsorenihalte aus Podcasts aus und arbeite aber selbst als Werbetexter/-konzepter?

Weil ich der Meinung bin, dass Werbung, wenn sie schon gemacht wird, unterhaltsam und gut sein soll. Im Grunde Infotainment mit Spass- und ohne Ankotzfaktor.

Grundsätzlich gelingt das als Blogger jedoch nur, wenn es entweder authentische Begeisterung für ein Produkt gibt oder man fleißig daran arbeitet.

Sollte hier je ein Produkt positiv erwähnt werden, hab ich es mir also selbst gekauft und bin total begeistert oder ich wurde echt gut bezahlt und finde es trotzdem gut. Denn eins ist klar: wenn ich etwas schlecht finde, würde ich es hier im Blog auch für Geld nicht loben. Würde mir Zyniker eh keiner abnehmen. Weil der Subtext ein komplett anderer wäre, wenn ich das Produkt debil grinsend in die Kamera halte. 😂

P.S.: Die teils hier sichtbare Werbung die WordPress als kostenloser Host schaltet, hat nichts mit mir zutun… und ist meist nicht gut gemacht 😂

Advertisements

9 Comments

  1. Ich bin absolut deiner Meinung. Die Werbeflut nervt und ist teilweise einfach überflüssig. Ich habe bisher auf meinem Blog keine Werbung geschalten und sollte ich es tun, dann aus den selben Gründen, wie du sie nennst…
    LG, Stefanie*

  2. Ich musste schon ein wenig schmunzeln. In meinem Bloglovin Feed tummeln sich Beiträge über ein und das selbe Produkt und ich bin schln sooo gesättigt von dieser plumpen Werberei. Viele machen sich nicht mal die Mühe eine Geschichte um das Produkt zu bauen und halten es grinsend in die Kamera. Ich werde es definitiv nicht kaufen 😂
    Liebe Grüße Nadine von tantedine.de

  3. „Infotainment mit Spass- und ohne Ankotzfaktor“ – großartige Aussage und ganz klar bin ich Deiner Meinung. Eine der größten Marken der Welt produziert genau auf diese Art und Weise schon seit Jahren ihre Werbung. – Pepsi. Die Werbespots sind legendär. Manche Dinge kaufe ich aus Prinzip nicht, weil mir die Werbung einfach zu dämlich ist. Ein Beispiel: Seitenbacher-Müsli. Hingegen finde ich Werbung von Astra so unglaublich gut gemacht, dass ich schon hin und wieder zu Astra gegriffen habe, obwohl ich selbst kein Bier trinke und es nur für die Gäste war.
    Verrückte Welt
    Jas von Jasblog.

  4. Das Unternehmen nicht um Marketing herumkommen, ist allgemein gültig. Und selbst schlechte Werbung schadet einem Unternehmen kaum. Was schadet ist keine Werbung zu schalten. So sehe ich es beruflicherseits. Privat mag ich es auch lieber unauffälliger und bevorzuge, so wie du es siehst, Werbung auch eher schön verpackt im Content.

    1. Ich stimme dir voll und ganz zu, in dem Punkt, dass Unternehmen die schlechte Werbung schalten sichtbarer sind als jene die gar keine schalten. Es geht mir tatsächlich hier aber eher um das “Trägermedium“ und die Kreativen. Und da fehlt mir gelegentlich etwas Esprit und zudem Haltung.

  5. Ein interssanter und informativer Artikel. Ich kann dir nur voll und ganz zustimmen. Bis jetzt habe ich mich davor gescheut Werbung auf meinem Blog zu machen, sollte ich mal für etwas werben muss es mich schon total überzeugen.
    Liebe Grüße
    Sigrid

  6. Toller Beitrag und wenn man für ein Produkt wirbt, infolge einer Kooperation zum Beispiel, kann man sich doch etwas mehr Mühe geben, vor allem ist ja auch die Freude dabei überhaupt etwas Testen zu dürfen. Ich finde die Freude darf man gerne sehen.

  7. Hab im Internet auch fast immer meinen Adblock an- leider. Dass man so ein Gerät überhaupt braucht, wenn man nicht ständig genervt werden will …
    Ich kann dein Problem absolut verstehen. Ich bewege mich zum Glück in einem Bloggerumfeld, das sich Transparenz und Ehrlichkeit ans Banner geheftet hat. Bei meinen Kolleginnen erkennt man sofort, wenn für etwas geworben wird, es passt immer gut zum Blogthema und ist nie störend. Bin da zum Glück sehr verwöhnt.

  8. Kein Markt funktioniert ohne Werbung. Man muss die Nachfrage vergrößern, um das Angebot an den Mann zu bringen. Allerdings hab ich auch diverse Probleme mit der gesamten Geschichte.
    Diese „Produkt X ist so geil, dass ich es Nachts mit ins Bett nehme“-Beiträge, denen man sofort ansieht, dass vorher Geld geflossen ist, nerven gewaltig.
    Aber ohne Werbung funktioniert es auch nicht. Deshalb erfahre ich ja auch von Deinen Beiträgen über FB Gruppen und finde unter Deinen Beiträgen ein Link zu Deinem Twitter Account.
    Wir können es noch so verteufeln, müssen es aber doch machen. Der schmale Grad ist kaum zu betreten, wenn man nicht von mindestens einer Seite Prügel bekommen will.
    Ich sehe es genauso wir Du – -als ein Sieg der Schizophrenie!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s