Warum eigentlich?

Würde ich heute jemanden treffen, der mich nur aus der Schulzeit kennt, wäre ich nicht überrascht, wenn er sagt: „Wow, bist du fett geworden!“

In der Tat war ich relativ sportlich unterwegs als Kind und Jugendlicher. Das endete mit dem Studium allerdings. Von zeitweisem Aufflammen im Uni-Sport mal abgesehen, dauerte es doch bis nach dem Studium, dass ich wieder sportlicher wurde –  in der gemeinsamen Wohnung stand zu Beginn ein Ergometer.

Die Bemühungen waren da, doch der endgültige Elan fehlte. Ich bekam ein Rad von Freunden geliehen, die das über hatten und es begann eine Zeit des sportlichen Abnehmens. Als jedoch der Sport wegfiel, weil es winterte, witterte der Winterspeck seine Chance und kam zurück. Wer weniger Sport macht, sollte dann auch wieder die Kalorienmenge reduzieren. Tat ich nicht.

Und hier sitze ich nun mit 30 Kilo Übergewicht (ok, inzwischen sind ja ein paar kleine Kilos weg) und könnte mich damit abfinden, eben dick zu sein. Warum aber will ich das nicht?

  1. Wer meinen Werdegang kennt, der weiß, dass ich in Sachen Selbstbewusstsein bereits vor Jahren fleißig an mir gearbeitet habe. Das hat aber eben nichts damit zutun, dass ich nur weil ich mich mag wie ich bin, den Stillstand einläute. Ich mag mich auch 30 Kilo leichter bestimmt, weil ich immernoch ich bin, aber 30 Kilo leichter.
  2. Mit dem Alter kommen die Gebrechen? Mag sein, aber ich merke, dass ich körperliche Dinge nicht mehr kann, an denen durchaus auch das Gewicht schuld ist. Wenn Dinge nicht mehr funktionieren, die bis dato immer noch klappten, dann will ich das nicht hinnehmen, sondern darum kämpfen, dass mein Körper wieder spurt.
  3. Weil ichs kann! Es ist kein Hexenwerk und keine Unmöglichkeit, also machbar! Konsequent dran bleiben und Selbstbeherrschung. Zudem schreibe ich das hier natürlich als soziale Drucksituation. Denn es wäre mir in der Tat peinlich eingestehen zu müssen, dass ich gescheitert bin. Daher hoffe ich auch auf fleißiges Arschtreten von allen Seiten, wenn ich schwächle.
  4. Das einschneidenste Erlebnis in meinem Leben hatte ich mit 18. Wenn ich mich an diese Zeit zurück erinner, sehe ich da immer eine schlanke Version von mir selbst. Wenn ich Dinge visualisiere in meinem Kopf, habe ich irgendwie immer dieses Selbstbild vor Augen, nie den fetten Typen, der ich heute bin.
  5. Gesundes Essen hilft und sorgt für Abwehrkräfte. richtig, darum werde ich auch selten extrem krank, sondern genese relativ schnell. Allerdings sorgt viel gesundes Essen nicht für noch viel mehr Abwehrkräfte, sondern vor allem für viel Übergewicht und das macht wieder kränklich. Zumindest mich. Und ernsthaft, es nervt ständig irgendwie halberkältet zu sein. Entweder einmal richtig und dann Jahre nicht oder gar nix!

Dieses Blogsegment soll also keineswegs der Selbstdarstellung dienen, was für ein toller Hecht ich doch bin, der es schafft 20 Kilo (und schlussendlich dann auch die vollen 30 Kilo) abzunehmen. Sondern es dokumentiert die schwere Reise, die ich hoffentlich erfolgreich hinter mich bringe. Damit ich als gesunder, normalgewichtiger Typ leben kann, über meinen Schatten gesprungen bin und wer weiß, vielleicht eines  Tages einem Kind ein sportlicher Vater sein kann.

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3 Comments

  1. Ehrgeiz und es sich selbst zeigen zu wollen sind durchaus legitime Antriebskräfte für eine Gewichtsreduktion. Die narzisstische Ader des Menschen ist ja nicht völlig umsonst da. 🙂

  2. Eitelkeit ist bei so etwas ein prima Helfer. 🙂
    Seit ich am Abnehmen bin und sich langsam Konturen herausschälen, freue ich mich über Dinge wie sichtbare Adern auf dem Bizeps und andere seeeeehr narzisstische Dinge.
    Wenn man´s nicht für sich tut, für wen sonst? 😀
    Klar, Gesundheit und so … aber so ´ne harte Kante zu werden hat auch was!

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