Weihnachtsmail 2016

Liebe Mitmenschen,

in keinem Jahr war es bisher so schwer, den passenden Moment zu finden, diesen Text zu verfassen. Hätte ich ihn Anfang Dezember geschrieben, wäre er wohl wesentlich launiger gewesen, als der Situation angemessen. Jetzt da ich ihn schreibe, gilt es ihn wiederum nicht tragender und dramatischer zu schreiben, als nötig.

Ich wünsche nun seit Jahren schöne Feiertage, Happy Chanukka, Happy Kwanzaa, einen schönen Wookie-Life-Day und frohe Weihnachten. Manche sehen das als albernen Scherz, da die Mail/dieser Text traditionell ja eine satirische Note hatte. Doch schreibe ich das schon seit Jahren, weil es tatsächlich mein ehrlicher Wunsch ist. Nämlich jedem, wie auch immer er nach seiner religiösen und unreligiösen Fa­çon glücklich wird, eine paar ruhige und besinnliche Tage zu gönnen. Selbst jenen die mit keinem ihrer heiligen Feste erwähnt sind, da die kalendarisch einfach nicht passen. Für jene gilt „schöne Feiertage“.

Natürlich heisst dieses Machwerk auch weiterhin „Weihnachtsmail“, da es eben schlicht zu Weihnachten erscheint und in seiner Erstausgabe zentral um das Fest der Liebe drehte. Vielleicht müsste ich es Wintermail oder schlimmer noch „Feiertags-Sammelsuriums-Mail“ nennen. Dann würden rechtsradikale Spinner gegen diese Umbenennung demonstrieren, mich zum schützenswerten Autoren des christlichen Abendlandes erheben und den Schutz von Traditionen einfordern.

Schon findet sich wieder ein Feindbild, auf das man einhämmern könnte. Das geht einfach ganz schnell, weil es sich geistig gesunden Menschen mit Hang zur Satire förmlich aufdrängt. So dämlich die braune Mischpoke aber auch sein mag, selbst jenen seien einfach mal ein paar besinnliche Feiertage gewünscht. Wer weiß wofür die Besinnung, die man in solchen Tagen erfahren kann, gut ist.

Wenn dieses Jahr eines gezeigt hat, dann dass es schier einer Revolution gleicht, einem Andersdenkenden etwas Positives zu wünschen. In einer Welt in der jeder Meinungsunterschied direkt in einem Konflikt resultiert und zur unverzeihlichen Spaltung führt, ist der erste Schritt auf den Mitmenschen zu, so falsch dieser auch denken oder glauben mag, schon wieder ein Akt der Nächstenliebe. Niemand hat die Absicht die Welt den Idioten zu überlassen, aber man darf selbst jenen ein paar besinnliche ruhige Tage im Kreis der Freunde und Familie – wie man es Jedermann darf – wünschen.

Und so schließe ich mit dem traditionellen Gruß: schöne Feiertage, Happy Chanukka, Happy Kwanzaa, einen schönen Wookie-Life-Day und frohe Weihnachten.

Der Eure bis die Hölle gefriert,

Nemi aka Der Aushilfsjedi

P.S.: Text darf natürlich in Vollzitat mit Verlinkung und Nennung des Autors verbreitet werden.

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6 Comments

  1. Ebenso, frohes Geschenkeauspacken, Bauchvollschlagen, Besinnlichsein und was es sonst noch so an Weihnachtsklischees gibt =)

  2. Du wirst es nicht glauben, aber ich lese deine Weihnachtsmail schon seit Jahren. Irgendwie bin ich wohl sowas wie ein heimlicher Fan. Und ich weiss nicht mal was es ist, dass mich immer zu dir treibt.
    Immer an Weihnachten selbst fallen mit Worte wie Chanukka und Kwaanza ein.
    Frohe Weihnachten!

    1. Hallo Markus, ich hoffe du hattest ein paar besinnliche Tage. Was heißt denn „seit Jahren“?
      Heimliche Fans sind doch irgendwie unheimlich?!

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